Nachwuchs-DEM 2018: Serien-Meisterin Laura

Jährlich freuen sich in der Woche nach Pfingsten einige hundert Kinder über die Freistellung vom Unterricht, denn die Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft findet statt. Dieses Jahr auch wieder mit Aufbau-Beteiligung. Nachfolgend der Bericht aus dem Hause Czäczine, garniert mit einem kleinen Einschub des Jugendleiters. 

Als Viertplatzierte bei der diesjährigen SEM durfte Laura vom 19.05. bis 27.05. als Nachrücker zu ihrer ersten DJEM nach Willingen ins Sauerland fahren. Die Vorfreude war besonders wegen der schulfreien Woche und den vielen Freizeitangeboten in Willingen (Erlebnisbad, Wildpark, Minigolf, Sommerrodelbahn, Eishalle, Seilbahn) groß.

Laura startete mit 3 Siegen in Folge auch perfekt ins Turnier. Der persönliche Höhepunkt war dabei Runde 3, in der sie zum ersten Mal überhaupt Dora Peglau, die diesjährige Sachsenmeisterin, besiegte. Laura spielte eine sehr gute Partie und nutzte eine taktische Möglichkeit zum Damengewinn sofort aus. Den Materialvorteil verwertete sie dann ganz sicher. Tolle Partie! Auch die nächste Partie am Spitzenbrett begann vielversprechend und hätte Laura nicht übersehen, dass ihr Turm einzügig hängt, wäre eine schöne Mattvariante möglich gewesen. Schade.

Die nächsten drei Partien wurden auch durch einfache taktische Einsteller entschieden – leider nicht zu Lauras Gunsten. In den Runden 8 und 9 konnte Laura gegen relativ einfache Gegner punkten und sich wieder fangen. In der vorletzen Runde spielte sie dann wieder eine sehr spannende und gehaltreiche Partie mit schönem Finale. Damit war vor der letzten Runde Lauras Ziel von 50% erreicht.

In der Abschlusspartie lehnte Lauras Gegnerin – um scharfe Stellungen zu vermeiden – das Morra-Gambit ab, sodass eine positionelle Stellung entstand. In diesen Stellungstypen hat Laura bisher nicht viel Erfahrung, meisterte das aber sehr gut. Leider ließ sie sich dann von der gegnerischen Zeitnot anstecken, obwohl sie selbst noch genug Zeit hatte. Dadurch folgten einige weniger gute Züge und die Partie ging verloren. Trotzdem war es mit Platz 15 von 38 insgesamt eine tolle Meisterschaft für Laura mit einigen guten Partien.

Und was hat es nun mit der Serien-Meisterin auf sich? Ein kleines Wortspiel, denn Siege und Niederlagen kamen immer in Serie. Vielleicht war in dieser Hinsicht die Meisterschaft rechtzeitig zu Ende. 😉

Alle Partien können hier nachgespielt werden:
https://www.deutsche-schachjugend.de/2018/dem-u10w/spieler/9/

Den freien Nachmittag vor der Siegerehrung nutzten wir, um mit der Seilbahn auf den Ettelsberg zu fahren. Dort gibt es an der Außenseite des 59 m hohen Hochheideturmes eine 44 m lange Kletterstrecke, die Laura wie ein Kletteräffchen bewältigte. Auch das Freizeitteam der DJEM bot während des Turniers ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm – von Bingo über Schatzsuche bis Werwolf spielen. Dadurch wurde die deutsche Meisterschaft für Laura (und mich) erst recht zu einem tollen Erlebnis.

 

Die Autorin des Beitrags hat es leider nicht in die Rubrik „Was wurde eigentlich aus…“ geschafft, in der frühere Deutsche MeisterInnen interviewt wurden. Dennoch ist die Meisterschaftszeitung einer Lektüre wert, u.a. anlässlich des Lasker-Jahres mit einer häppchenweise verabreichten Biografie des einzigen deutschen Schachweltmeisters.