Zentrale Endrunde Frauenbundesliga

ein leider verspäteter Bericht von Norman

Mitten im frühlingserwärmten April, vom 17. (Freitag) bis 19. (Sonntag) stand in Bad Königshofen die zentrale Endrunde der Frauenbundesliga an. Und unsere Mannschaft hatte sich durch grandiose Kämpfe im Vorfeld tatsächlich eine realistische Chance auf den Klassenerhalt erarbeitet.

Vielleicht der größte Erfolg unserer Vereinsgeschichte. Vielleicht eine einmalige Leistung. Wann, wenn nicht jetzt, galt es dabei zu sein? Entweder bei der Liveübertragung am heimischen PC/Laptop/Smartphone oder – old school – direkt vor Ort. Und so waren nicht nur Anne, Elina, Margarethe, Paula, Kerstin und Laura (Brett 1 bis 6) im gastfreundlichen Unterfranken, sondern mit Kathrin, Becky, Marie, Susi, Danny, Moritz und mir auch ein ganz fest Daumen drückender Fanclub. Und damit vier Ersatzspielerinnen, die bereit standen einzuspringen, wenn sie gebraucht würden. Mannschaftsgeist.

Los ging’s am Freitag gegen Kreuzberg, unseren Reispartner. Die verschobene Runde 5. Eine Must-win-Situation in Bezug auf den Klassenerhalt. Erstmals waren wir nicht Underdog, sondern sogar leicht favorisiert. Und tatsächlich gewannen unsere Heldinnen mit 4½ zu 1½ deutlich: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=fb1&runde=5.

Dabei gab es jedoch in jeder Partie kritische Momente, wie bei Lichess unter https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-5/ahIDklZ4/QGo1ymcg und teilweise auch im Schachteil weiter unten nachzuvollziehen ist. Das Match hätte also auch anders laufen können. Ist es aber nicht. Glück gehört dazu. Und plötzlich standen wir nur noch einen halben Brettpunkt hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz.

Es wurde beschlossen, mit der bestmöglichen Besetzung alles zu geben. Der Fanclub blieb Fanclub. Und dann ging es schon gegen Solingen, vorletzte Runde.

Tja, Anne verschenkte das Remis. Elina und Margarethe wurden relativ geradlinig überspielt. Paula vergab in einer munteren Partie mehrfach großen Vorteil (14.Lxg5 hätte wohl eine Gewinnstellung ergeben, 36.Ke4 wahrscheinlich auch) und verlor dann ein Turmendspiel mit Minusbauer. Kerstin überspielte ihre Gegnerin grandios, wählte nicht die energischste Gewinnvariante (sondern strich „nur“ eine Qualität ein), ließ sich zurücküberspielen und stellte dann in Zeitnot einzügig die Partie ein. Sehr schade. Nur Laura erreichte mit 98% Genauigkeit ein Remis, ohne jedoch Chancen auf mehr andeuten zu können. ½ zu 5½ verloren. Und wir standen noch immer genau einen halben Punkt hinter dem rettenden Platz 9: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=fb1&runde=10.

Die Partien zum Nachspielen: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-10/0TMWQpfd#teams. Besonders die Partien von Paula und Kerstin sind sehenswert.

An einem perfekten Tag wäre der Kampf 3 zu 3 ausgegangen. Ist er aber nicht. Realität gehört dazu.

Nun hing alles am Match gegen Hemer. Ein 3 zu 3 sollte eigentlich zum Klassenerhalt reichen. Wenn TuRa Harksheide gegen die favorisierten Schachfreunde Deizisau verliert oder Freiburg-Zähringen gegen ebenfalls favorisierte Rodewischer (bei denen allerdings Brett 1 unbesetzt blieb und Brett 6 nur aushilfsweise besetzt war). Nun, in beiden Fällen gewannen die sich gegen den Abstieg aufbäumenden Underdogs. Eine ganz starke Leistung!

Wir benötigten damit einen 4½ zu 1½ Sieg und erzielten… ein 5 zu 1. Also ich meine ein 1 zu 5. Es reichte leider nicht: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=fb1&runde=11.

Anne spielte eine wunderbare Partie und vergurkte (ja, dieses Fachwort ist hier ausnahmsweise mal angebracht) dann ihre Gewinnstellung (glatte Mehrfigur) zum Remis. Elina und Margarethe hielten dem Dauerdruck der Gegnerinnen irgendwann nicht mehr stand. Paula holte in einer ordentlichen Partie das zweite Remis, stand allerdings eingangs des Turmendspiels einen Zug lang wahrscheinlich auf Verlust. Bei Kerstin lief es diesmal weniger grandios. Und Laura ignorierte nach durchaus noch vertretbar ehrgeiziger Eröffnungsbehandlung die Gefahren an ihrem gelockerten Königsflügel konsequent (matt in 21 Zügen). Heute gab es nichts zu holen.

Hemer zog an uns vorbei, was ihnen aber wegen der oben geschilderten Underdogsiege nicht mehr half. Sie stiegen mit uns und Kreuzberg ab.

Unsere Partien der 11. Runde: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-11/b26Ma7hI/miOCBhCK.

Die Schlusstabelle: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=fb1.

Wer unter https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedm.php?liga=fb1&nummer=8 sorgsam die Einzelpunktausbeute studiert, kann folgendes feststellen:
– Jede Spielerin mit mehr als einem Einsatz hat mindestens eine Partie in der 1. Frauenbundesliga gewonnen.
– Romy hat in der 1. Frauenbundesliga 100% geholt.
– Bis auf Annabel kam jede Spielerin zum Einsatz. Auch Kathrin, Marie, Susi und Bea haben phasenweise beeindruckend mitgehalten und dürfen sich jetzt offiziell Bundesligaspielerinnen nennen.
– Anne ragt an Brett 1 heraus. Und das trotz vergebener (teilweise weggeworfener) halber Punkte in den Runden 5, 6, 7 (Gewinnstellung verloren), 10 und 11. Es hätten also locker über 50% sein können. Nun, Anne rettete lieber unsere 1. vor dem Abstieg aus der Sachsenliga mit einem inspirierenden Sieg gegen einen FM, während der Schreiberling gegen einen deutlich erfolgloseren Gegner ein minimal besseres Turmendspiel zum Verlust vergurkte, nein ich brauche eine Steigerung… verzucchinite.

Gratulation an alle Spielerinnen zu dieser beeindruckenden und spannenden Saison in der 1. Frauenbundesliga. Und Danke, für die vielen fantastischen und inspirierenden Momente: Glück, Stolz, Träume…

 

Auf dem Brett

Für hartgesottene Berichtleser und wahre Schachfans kommen jetzt 15 Diagramme mit spannenden, lehrreichen oder einfach nur schönen Stellungen. Schach zum Genießen – weshalb die Quantität von Freitag zu Sonntag spürbar abnimmt.

Los geht’s mit Anne (Schwarz), Nachspielrunde 5 gegen Kreuzberg am Freitag.

Uff… Anne droht matt. Aber dem eigenen Kg8 droht auch ein Ende mit Schrecken. Die Enginebewertung wird mit +5,5 angegeben. Sieg für Weiß. Und zwar mit dem trivialen 28.Kh3!! Dxf2 29.Th1! und der Angriff gegen g6 schlägt durch, während der weiße König es hübsch kuschelig hat.

Weiter könnte folgen 29…Sd4 30.hxg6 f5 31.exf6 Lxf6 32.Lg5! denn 32…Sf3 (Mattdrohung) scheitert, wie Eingangs dieses einzigen Gewinnwegs leicht zu sehen war, an 33.Dxe6+ und Schwarz wird zuerst matt.

Ja, Stockfish hat Recht und nein, es ist eher nicht damit zu rechnen, dass diese Variante, insbesondere der paradox anmutende Schlüsselzug, bei zudem recht knapper Zeit, aufs Brett gezaubert wird. Praktisch waren die Chancen gleich. Ein lehrreiches Beispiel zur Relevanz von Computerbewertungen.

Zum Nachspielen: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-5/ahIDklZ4/QGo1ymcg.

In der Partie folgte jedenfalls das menschliche 28.Te2 (bei Lichess realitätsfremd mit „??“ garniert) und wenig später diese Stellung:

Trotz des Mehrbauern ist es die Weißspielerin, die Probleme lösen muss. Insbesondere nach 31…Sd4, was mit der Drohung 32…Sf5 unterstreicht, wie ungünstig die weißen Leichtfiguren platziert sind. Alternativ war 31…fxg6 32.Sxe6 Kf7 möglich.

Auch Anne spürte, dass etwas gehen könnte, zumal die weißen Bauern alle auf der falschen Farbe stehen. Und das führte zu 31…Sxa3?? Ambitioniert, mutig, aber eben auch mit einem, diesmal menschlich korrekten Doppelfragezeichen. Denn das Opfer funktioniert einfach nicht. Weiß stellte seinen Läufer nach c1 und hielt die schwarzen Bauern einfach auf, 1-0.

 

An Brett 2 war Elina sehr gut aus der Eröffnung gekommen und hatte ihren Vorteil mehr und mehr ausgebaut. Eine Musterpartie, also die ersten 20 Züge lang. Denn dann klappte es irgendwie nicht, die Stellung auch tatsächlich zu gewinnen.

Mehr Aktivität, mehr Zentrum, Mehrbauer, Mehrkönig!? Gut wäre jetzt zum Beispiel 21.Td6, was den Druck weiter verstärkt (mit Ideen wie Lg5+, Txe6 und Dh5). Aber auch das gewinnt nicht sofort.

Elina entschied sich für das sofortige 21.Lg5+, wonach es dem schwarzen König tatsächlich gelang, nach h7 zu laufen. Irgendwie ungerecht. Blöd gelaufen. Wobei sich das, dank der ausgelassenen Taktik 29…Txa2!, zum Glück nicht noch steigerte. Zum Nachspielen: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-5/ahIDklZ4/0Tsjbpni.

Parallelen zu Margarethes Partie gegen Freiburg-Zähringen. Zumindest wurde jetzt aber noch ein halber Zähler gerettet.

 

Und wie lief es diesmal bei Margarethe? Die Gegnerin hatte Druck aufgebaut. Margarethe hielt Stand. Und dann lief’s wie am Schnürchen.

So schön kann Schach sein. Erinnert entfernt an McDonnell gg. La Bourdonnais.

Margarethes Partie: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-5/ahIDklZ4/7EdoUzKD.

Und das fast 200 Jahre alte Original: https://en.wikipedia.org/wiki/McDonnell%E2%80%93La_Bourdonnais,_match_4,_game_16.

 

Paula kommt häufig hervorragend aus der Eröffnung. Und verpasst dann – ebenfalls häufig – die Gewinnfortsetzung. So auch hier:

Na, welcher Zug gewinnt für Weiß?

Die Auflösung gibt’s unter https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-5/ahIDklZ4/U4rfJ8eJ, Zug 11.

Dass Paula aber auch richtig starke Züge finden kann, zeigte sie hier:

17.Sxd7! ist bärenstark. Mit der richtigen Fortsetzung hätte Schwarz jetzt remis halten können. Aber jeder falsche Schritt… Und der kam. Das ließ sich Paula nicht mehr nehmen.

 

Bei Kerstin fiel auf, dass sie ihre Gegnerinnen manchmal kunstvoll überspielte.

Wenn es dann taktisch wurde, fehlte leider etwas Fortune.

24…Lc4 schien in 25.Sxg6+ zu laufen und wurde deshalb verworfen. Aber nach 25…Dxg6 26.Dxc4 ist das Feld e3 nunmehr ungedeckt. Am schönsten auszunutzen mit 26…Dxg2+! 27.Kxg2 Se3+ Familiengabel.

Egal, dann eben einen Zug später den Läufer nach c4. Die Verwertung gestaltete sich – vorsichtig gesagt – nicht ganz geradlinig. Dennoch stand am Ende ein verdienter Sieg: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-5/ahIDklZ4/W0vFw6Z9.

 

Bleibt Laura, die von einer ganz erfahrenen Gegnerin positionell glatt überspielt wurde. Aber so einfach macht es einem die Jugend heutzutage nicht mehr. Und schon gar nicht Laura.

In ihrer unnachahmlichen Art hat Laura die Stellung verkompliziert. Zug 34, Schwarz muss eine Entscheidung treffen. Mit Kb7-b6 dem weißen König das Feld c5 verwehren oder mit Ta1-b1 den Fünfpunkter zurück aufs Spielfeld beordern (und dem denkbaren Turmfang vorbeugen)? Wie hättet ihr euch entschieden?

Die Partiefortsetzung war die falsche Wahl. Wenig später stand Laura plötzlich auf Gewinn: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-5/ahIDklZ4/aVyIkphp.

 

Runde 10 gegen Solingen am Samstag. Der erste halbe Zähler ging bei Anne verloren:

Passive Verteidigung (gegen Rand- und Springerbauer), Philidor-Stellung (Turm auf der 6. Reihe), Zweite Philidor-Verteidigung (Turm hinter den Freibauern) und Turmschachs von der langen Seite gehören eigentlich zum gehobenen Basiswissen in Turmendspielen.

Hier bieten nur die Turmschachs von der Seite überhaupt noch Chancen. Und wenn man erstmal 79…Ta7+ spielt (79…Ta6 geht sogar auch), ist das Remis auch gar nicht mehr so fern. Zum Beispiel nach 80.Ke6 Ta6+ 81.Ke7 Ta7+ 82.Td7 Ta8! Weiß kann keine Fortschritte machen.

Anders nach 79…Te4??, was sich als völlig chancenlos erweist: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-10/0TMWQpfd/bgNH7Lm2.

 

Paula stand bereits nach 13 Zügen auf Gewinn…

…und verpasste erneut die richtige Fortsetzung. 14.Lxg5 funktioniert. Z.B. 14…c5 15.De2 Tg8 16.f4 h6 17.f5! Die schwarze Dame… 17…Dc6 18.Le4 geht verloren. Oder anderes Material.

Und dennoch: 17.Se4!+-, 18.Se4!+- und schließlich

36.Ke4! und auf nach e6 (36…Tg8 37.Lf2 Tg4+ 38.Kd5 Txb4 39.Ke6 Ld8 40.Ta3+-). Die Chancen waren da, die Zeiteinteilung gut. Aber es sollte einfach nicht sein: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-10/0TMWQpfd/2Q2cVMqg.

Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass die Gegnerin nach Paulas Qualitätseinsteller das schöne 24…d5! verpasste. Wer kennt einen Spruch mit d5?

 

Beinahe noch ärger erwischte es Kerstin.

Weiß hatte in komplizierter Lage auf den Angriff des Bauern g5 gesetzt. Und wurde von Kerstin elegant ausgespielt.

19…Sxe2+ 20.Sxe2 Se4! 21.Dc2 (einziger Zug) und jetzt staubte Kerstin mit 21…Lxe2 22.Lxe4 Lxf1 eine Qualität ab. Leider gestaltete sich die Vorteilsverwertung danach, ähhm… schwierig: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-10/0TMWQpfd/AbqRu9Sk.

Rückblickend ist man meistens schlauer. 21…Tc8 war deutlich energischer. Neben der Springergabel auf e2 birgt das auch die Chance, mit einem Läuferopfer auf f2 Bundesligaglanz zu verstrahlen (22.Db3 Sxg3 23.Sxg3 Txc1 24.Txc1 Lxf2+!! 25.Kxf2 Dd4+ oder sofort 24…Lxf2!).

 

Einzig Laura gelang ein Remis. Man könnten denken bei sensationellen 98% Genauigkeit eine makellose Leistung. Aber auch hier irrt die Engine.

Mit dem positionell sinnvollen 20.g4, gefolgt von 21.Le3 hätte Laura gefahrlos drücken können. Statt dessen alte Muster: 20.Th4? (ohne Fragezeichen bei Lichess). Absolut antipositionell. Laura träumt vom Mattangriff. Im Endspiel. Obwohl Schwarz sich mit h7-h6 und f7-f6 aufstellen kann.

Zum Glück ließ die Gegnerin Laura nicht mit 20…b5 21.Tdh1? h6 ins offene Messer laufen. Und zum Glück hielt die Schlussstellung gerade noch so ganz knapp… https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-10/0TMWQpfd/4jIEflJ9.

 

Runde 11 gegen Hemer am Sonntag. Die Diagramme schwinden.

Welcher Zug trug Anne (mit Weiß) eine glatte Gewinnstellung ein?

Und wie hätte Anne jetzt ihre schöne Leistung in einen vollen Punkt verwandeln können?

Dass es zum Ende überhaupt nochmal so knapp wurde, lag an der sehr hartnäckigen Verteidigung der Gegnerin und unsauberer Technik: 51.gxh4?! (statt einfach Schwarz schlagen zu lassen), 56.Sc8?! (statt mit 56.Tc3 den Springer über c4 zurückzuholen), 67.Tg4 (statt 67.Sg6 Kf6 68.Sxh5! zu finden).

Aber alles wäre gut geworden, wenn Anne 69.Kg4 gespielt hätte: 69…h3 70.Sf5 h2 71.Te1 und aus.

Galavorstellung mit dramatischem Ende zum Mitleiden: https://lichess.org/broadcast/german-womens-bundesliga-202526/round-11/b26Ma7hI/miOCBhCK.

 

Letzte Worte

Zu viel Kritik? Ja! Die DWZ-Auswertung weist unserer Mannschaft ein Gesamtplus von 132 Punkten zu. Also im Schnitt 2 Punkte je Partie.

Was aber mehr wiegt, sind die Partien selbst. Kämpferisch, furchtlos, gehaltreich. Richtiges Schach! Wirklich beeindruckend, wie viele gute Stellungen herausgearbeitet wurden. Und wie schwierig es dann wurde, wenn die Gegnerin sich verteidigte.

Ich habe teilweise die Enttäuschung ob vergebener Chancen zu sehr auf die Spielrinnen projiziert. Das tut mir Leid und ich entschuldige mich besonders bei Anne für meine Reaktion auf ihre beiden Letztrundenpartien. Ein nüchterner Blick auf meine eigenen beiden Letztrundenpartien in der Sachsenliga wäre der Impulskontrolle sicher zuträglich gewesen. Fazit: Ich gelobe Besserung.

Und jetzt nochmal ein hymnisches Lob:
Liebe Frauenmannschaft, Gewinnerinnen des Publikums-Chemmy, auch genannt Chemmy der Herzen, ihr seid das Beste, was unserem Verein passieren konnte. Ihr seid inspirierend, imageaufpolierend (keine Bierbäuche, nichts Weltfremdes, ansprechendes Erscheinungsbild) und vor allem saustarke Schachspieler. Ein riesen Dankeschön! Bitte bleibt uns und dem Schach erhalten. Bitte widerlegt all die nervig antiquierten geschlechterspezifischen Vorurteile und zeigt auf dem Schachbrett, was ihr wirklich drauf habt. Ihr bereichert das Schach. Ihr seid einmalig!

Chemmy-Verleihung (Quelle: Jörg Riethausen / exclusiv events):