von Norman
Am ersten Maiwochenende fand das siebte und letzte Quali-Turnier dieser Saison der DSAM statt. Gespielt wurde im schönen Magdeburg. Von Aufbau (gemeint ist Chemnitz, nicht Magdeburg) waren schachspielend 3x Czäczine und 4x Zielke vor Ort, begleitet von Anja (Sauna, Schwimmbad, Nachwuchs bändigen) und mir (kiebitzen, analysieren, mit Kritik nerven).
Ergebnisse:
https://www.dsam-cup.de/magdeburg/turnier.php?typ=v&v=Chemnitzer+SC+Aufbau%6095
Besonders schön war, dass auch Marie (begleitet von Michaela), Elina und Margarethe mitspielten. Bundesligagefühle. Und gemeinsame Abendessen, am Samstag sogar im Hundertwasserhaus.
Es lief insgesamt ziemlich gut. Elina spielte um den Turniersieg – leider am Ende „nur“ Platz 11 durch eine Niederlage in der Schlussrunde (aber immerhin noch +26 DWZ). Marie nach remislichem Start noch bärenstarke 4 aus 5 (Platz 9 von 113). Nur Margarethe blieb leider vom Pech verfolgt.
Und das Familienduell Czäczine vs. Zielke? Hier muss der DWZ-Gewinn entscheiden. Anne, Paula und Laura mit jeweils sehr guten Partien und zusammen +103 DWZ.
Doch auch Mika, Marek, Martin und Antonin zeigten starkes Schach und kamen insgesamt auf +77 DWZ. Wie wir sehen spricht die nackte Mathematik für die weiblichere Familie. Während fußballaffine Herzen vielleicht mehr für Schnapszahlen schlagen. Oder sollte die bei der DSAM so hoch gehaltene 7 geehrt werden?
Drei schachliche Impressionen:
Laura hat mit Weiß weitgehend eine Musterpartie gegen die Drachenvariante gespielt. Natürlich wird sie das gewinnen. Aber jetzt 35.Dh4+ durchzurechnen schien irgendwie unnötig (35…Kxg6 36.Tg1+ Kf7 37.Dh7 +- wäre allerdings nicht so schwer gewesen).
Jedenfalls gönnte sich Laura 35.Tg1, was verheerend 36.Dh4+ droht. Tja, zum Glück fand der Gegner nicht die überraschende Rettung 35…Dc4!! Das hält nicht nur die Stellung, sondern liefert gleich noch ein paar unangenehme Fragen mit. Plötzlich hätte Weiß Probleme zu lösen.
Fazit: Wer sich eine Pause gönnt, muss sich nicht wundern, wenn ihm eine Kokosnuss auf den Kopf fällt. Naja, zumindest zur falschen Zeit am falschen Ort…
Paula hat mit Schwarz weitgehend keine Musterpartie gespielt. Eher Antimuster. Aber wie die Stellung andeutet, fehlte es nicht an Aggression, was die Gegnerin auch schon honoriert hat.
Was aber jetzt? Weiß steht mit einem ganzen Sack voll Drohungen bereit, Paula an Aggression zu übertrumpfen. Zum Beispiel würde auf das logische 27…Th4 Weiß mit 28.Tg1+ Kh8 29.Df7 den Punkt eintüten. 28…Kf8 29.Df3+ wäre auch nicht viel besser.
Zeit zu zaubern: 27…Lg2+!! 28.Kxg2 Th4! Durch das einleitende blocksetzende Opfer, gibt es hier kein Turmschach mehr. Schwarz hat großen Vorteil. Es folgte 29.Df3 Tf8 30.Dg3+ Kh8 und Weiß konnte die Probleme nicht mehr lösen.
Fazit: Lg2+ hat schon häufig Sinn gemacht.
Gleich in Runde 1 hatte Anne den späteren Zweitplatzierten auf der Schippe. Natürlich soll hier der d-Bauer die Partie zügig entscheiden. Aber ist jetzt
36…d2 angesagt oder sollte zunächst 36…Td8 gespielt werden?
Anne entschied sich für 36…Td8, was Weiß nach 37.b3 tatsächlich noch überlebte. FM entwischt. Denn 37…d2 38.bxc4 d1D+ 39.Txd1 Txd1+ 40.Kh2 war bei knapper Zeit nicht trivial zu beurteilen (wäre aber für Anne gewonnen gewesen).
Gleich 36…d2 ist jedenfalls viel einfacher. Es droht Lc4-e2 und dagegen hilft auch 37.Td1 Td8 nicht mehr.
Fazit: Bauer sofort vor oder erst den Turm dahinter, Badehose, Skiresort, mal ist Sommer, mal ist Winter.
Und damit es nicht noch verrückter (und sinnfreier) wird, sei der Bericht nun mit der Empfehlung beendet, es selbst mal bei einer DSAM zu versuchen. Eine wirklich schöne Turnierserie.
Ab 11/2026 geht es weiter. https://www.dsam-cup.de/ausschreibung.php Unbedingt zeitig anmelden! Die Anmeldeschranke von 600 bis 700 Teilnehmern wurde zuletzt stets deutlich überschritten.








